Tobias ist nach Liyang gekommen, und ist zusammen mit Florian und Simon zum Bamboo Lake gefahren. Der See liegt nur eine halbe Stunde von uns entfernt. Da wir bisher nur mit Tan Guohu am Bamboo Lake waren, gab es auch Neues für uns zu entdecken. Wir haben dort ein Ticket gekauft, um im Park verschiedene Dinge anschauen zu können. In diesem Park am See haben wir in einem kleinen Laden Tee degustiert. Danach sind wir noch den ganzen restlichen Tag am See entlanggelaufen und haben dort verschiedene Dinge bestaunt. Leider konnten wir nicht ganz alles anschauen, da Tobias wieder zurück nach Wuxi musste und nicht in den großen Abendverkehr geraten wollte.
Wir konnten ebenfalls organisieren, dass wir in dieser Woche nach Wuxi gehen konnten, um das Bühler Werk dort zu besichtigen. Dieser Besuch war sehr spannend, und man konnte den Unterschied zwischen den Fabriken sehr gut sehen. In Wuxi ist es so, dass die Firma ständig gewachsen ist und daher alles sehr verwinkelt ist. Hier in Liyang konnte die Fabrik auf einer Grünfläche neugebaut werden und ist daher sehr schön und simpel aufgebaut. Wir konnten dort verschiedene Dinge anschauen. Die Druckgussmontage konnten wir jedoch nicht besichtigen, da Bühler dort mit einer weiteren Firma eine Joint Venture hat, die noch aus dem Einstieg in den chinesischen Markt besteht. Im selben Werk gibt es auch noch eine Gießerei, in der verschiedene Walzen gegossen werden. Am Abend sind wir dann zusammen traditionell chinesisch Grill essen gegangen.
Für die nächste Woche haben wir abgesprochen, dass das Team aus Wuxi unser Werk in Liyang anschauen kommt. Da wir schönes Wetter hatten, haben wir uns auch dazu entschieden, nach Hause zu laufen. Der Heimweg zu Fuß war sehr interessant, da das Bühler Werk sehr nahe an einem Wohnviertel gebaut ist und dieses nicht sehr modern ist und etwas heruntergekommen aussieht. Am nächsten Tag sind wir dann ein bisschen durch Liyang gefahren und haben dabei einen kleinen Park entdeckt, indem wir typisch chinesische Gebäude im alten Stil bewundern konnten.
Für dieses Wochenende hatten wir geplant, nach Nanjing zu fahren, da es nur 30 Minuten mit dem Zug von Liyang entfernt ist und es einst die Hauptstadt von China war. Für den Zug dorthin haben sich 2 aus unserer Gruppe dazu entschieden, ein Business-Class-Ticket zu kaufen. Die Sitze darin waren sehr bequem und konnten in jegliche Richtungen und Lagen eingestellt werden. Das gesamte Abteil der Business Class hatte 5 Sitze für den gesamten Zug; diese Sitze waren dementsprechend auch eher teuer mit 157 ¥ im Gegensatz zu einem normalen Ticket für 50 ¥ (ca. 1 CHF = 9¥). In Nanjing angekommen, haben wir die U-Bahn in Richtung Stadtzentrum genommen. Dort haben wir uns auf die Suche nach einem Restaurant gemacht und haben ein sehr gutes spanisches Restaurant gefunden. Dort hatten wir seit langem wieder einmal gutes westliches Essen. Wir haben für den Besuch in Nanjing verschiedene Ratschläge bekommen. Einer davon war es, die Stadtmauer zu besuchen, was auch sehr schön war. Bei dieser Stadtmauer hatten wir das erste Mal wirklich diese Menschenmassen, die man von China kennt und denen wir bis dahin ausweichen konnten. Es war dennoch sehr schön, und im Inneren dieser Stadtmauer gab es verschiedene kleine Inseln, die mit Brücken verbunden waren. Darüber konnte man eine Runde über diese Inseln laufen. Um dieser Menschenmasse dann aber wieder auszuweichen, haben wir uns dazu entschieden, mit Fahrrädern den Menschenmassen zu entfliehen. Danach haben wir uns auch langsam wieder auf den Heimweg gemacht.
Wir haben einen Ausflug zu unseren Kollegen nach Wuxi gemacht. Sie haben uns die Partymeile dort gezeigt. Es ist ein Viertel, in dem es lauter Klubs, Bars und Restaurants gibt, in dem reges Aufkommen herrscht. Wir wurden auffällig viel angesprochen, um uns in die Läden zu holen oder uns etwas zu verkaufen. Das ist der Nachteil vom europäischen Gesicht, jeder will einem etwas zu viel zu hohen Preisen verkaufen. Zuerst sind wir in einen Klub, in dem chinesische Musik lief und man, wie üblich hier in China, in Lounges sitzt. Wir vermissen das Schweizer Bier sehr, denn hier war das Bier ganz anders als wir es uns gewohnt sind und hat mehr nach Fruchtsaft als nach Bier geschmeckt. Nach dem Klub haben wir uns zum Entspannen noch eine Massage gegönnt und sind dann müde ins Bett.
Am Samstag haben wir ausgeschlafen und sind gegen den Abend zu einer ancient city. Es sah sehr schön aus mit der Beleuchtung, dem Kanal und den darauf fahrenden Schiffen.
Am Sontag haben wir eine 88m hohe Buddha Statue besucht. Diese steht ausserhalb der Stadt neben dem riesigen Taihu See in einem grossen Park mit alten Gebäuden und traditionellen Statuen. Die Grösse vom Buddha ist sehr beeindruckend. Wir haben auch ein Ritual mit Räucherstäbchen mitgemacht. Anfangs haben wir es falsch gemacht doch mit Hilfe und Beobachten haben wir es nach Startschwierigkeiten hingekriegt. Es war ein sehr erlebnisreicher Ausflug, wo wir viel Neues zum Glauben und den Traditionen gelernt haben.
Für das letzte Wochenende des Novembermonats haben wir uns Peking als Ziel vorgenommen. Dorthin sind wir mit dem Nachtzug gefahren. Da dieser nicht bei uns in Liyang vorbeifährt, mussten wir zuerst nach Nanjing fahren und dort dann den Bahnhof wechseln und im neuen Bahnhof in den Zug einsteigen. Wir haben beim Buchen den Fehler gemacht, dass nicht eine Person für alle gebucht hat, wodurch wir nicht zusammen in einem Abteil waren. Wir waren jeweils mit drei fremden Personen in einem Schlafabteil. In Peking sind wir am Morgen angekommen, wo wir zuerst von den kälteren Temperaturen des Nordens begrüßt wurden. Wir haben dann unser Gepäck im Hotel deponiert und den Temple-of-Heaven-Park besichtigt. Es war sehr spannend, aber mit der Zeit hat man es gesehen, da es immer in etwa ähnlich aussieht. Deshalb haben wir uns entschieden, den Park wieder zu verlassen und in den Norden der Stadt zu fahren, um das Olympiastadion von 2008 anzuschauen. Das Stadion war sehr beeindruckend, man konnte es aber nicht richtig besichtigen, was ein bisschen schade war. Wir haben auch einen restaurierten Teil der Chinesischen Mauer besucht. Um zur Mauer zu gelangen, gab es eine Gondel, die wir genommen haben. Oben angekommen, haben wir verblüfft festgestellt, dass die Restauration von einer deutschen Firma durchgeführt wurde. Dies haben wir durch eine Gravur auf einem Stein auf der Aussichtsplattform beim Lift erfahren. Aus Zeitgründen haben wir uns dazu entschieden, nur in eine Richtung zu gehen. Wir sind dann bis zu Turm Nr. 20 gegangen und dann wieder zurück zur Gondel. Am Abend hatten wir ein Dinner nach traditionell chinesischer Art. Dabei haben wir die Peking-Ente ausprobiert und ehrlich gesagt keinen großen Unterschied zu der Ente geschmeckt, die wir bereits in Liyang hatten. Nach dem Dinner haben wir uns auf den Weg in ein KTV gemacht, wo man Karaoke singen konnte. Danach sind wir zusammen in einen Massagesalon gegangen und dann zurück ins Hotel. Am nächsten Tag wollten wir eigentlich in die Verbotene Stadt. Das hat leider nicht funktioniert, da wir keine Tickets für den Eintritt hatten und man die Tickets einen Tag im Voraus buchen musste. Eigentlich war es aber gar nicht so schlimm, da wir so genügend Zeit hatten, gemütlich Mittag zu essen und uns dann in Richtung Bahnhof zu begeben, um wieder nach Hause zu fahren. Die Fahrt war angenehm, aber leider fährt die schnellste Verbindung nach Liyang am Morgen, weshalb wir auf eine knapp 1,5 Stunden langsamere Variante wechseln mussten, welche aber trotzdem nur 5,5 Stunden dauerte und eine Reisegeschwindigkeit von über 300km/h hat.

























































